Hier sind wir nun also. Unsere Reise hat ihren Anfang genommen und wir haben unser erstes Ziel erreicht. – London.
Am Samstag gegen 15 Uhr Ortszeit sind wir gelandet – und durften als allererstes die Komplexität des Londoner Flughafen Heathrows erleiden. Wir wurden im Königreich mit feinstem Sauwetter allererster Güte empfangen, was für uns umso härter war, weil wir München bei strahlend blauem Himmel und traumhaftem Sonnenschein verlassen haben. Mit der Underground haben wir recht schnell zu unserem Hostel in Brixton gefunden – das U-Bahn-System ist hier um einiges einfacher und frequentierter als in München – und haben uns nur ein bißchen gewundert, dass bis zu unserer Endhaltestelle nur wir, einige Schwarze und ein paar wirklich abgerissen aussehende Gestalten übrigblieben. – Tja, das Hostel war halt günstig. :-) Da kann man ja dann auch nicht erwarten, in Kensington oder Notting Hill zu residieren. Wir können uns aber wirklich nicht beschweren, denn unser 10-Bett-Zimmer war nur mit 5 Leuten belegt, die allesamt sehr handzahm (heißt: nicht mitten in der Nacht nach Hause kommen, Lärm machen, ungepflegte Gerüche verbreiten, schnarchen und was es da sonst noch so alles gibt) und wirklich nett waren. Das Hootananny (so heißt das Hostel) ist ein typisch englisches Haus, innen so unglaublich verwinkelt und verdreht – man kann sich von außen gar nicht vorstellen, dass es so viel Platz bietet. Glücklicherweise ist alles sauber, es gibt eine große Küche zum Selbstversorgen, einen Gemeinschaftsraum mit Sofas (der 24h mit WLAN-surfenden Backpackern gefüllt ist) und dauernd laufendem englischen Fernsehprogramm und relativ passable Waschräume. Im Herrenwaschraum gibt es leider keine Spiegel, so dass mein armer Gatte sich seit Tagen blind rasieren muss... mittlerweile haben sich schon einige Herren vor lauter Verzweiflung und Rasurschmerzen in den Damenwaschraum eingeschlichen ...
Mit dem Linksverkehr haben wir beide so unsere Probleme. Ich wurde fast von einem roten Doppeldeckerbus erfasst, weil ich nichtsahnend die - meiner Meinung nach - freie Straße entlanggelaufen bin. Hinter mir kamen die Autos aber mit Tempo angebraust... Auch der Leo vergisst immer wieder an Straßen rechts zu gucken, statt links. Zum Glück passt immer einer von uns beiden auf und kann den anderen mit wildem Geschrei vor dem Überrolltwerden abhalten.
Wir haben sehr viele Sehenswürdigkeiten besichtigt und sind – wie immer, wenn wir unterwegs sind – das allermeiste zu Fuß gelaufen. Was jeden Abend zu akuter Fußlahmheit und zu gegenseitigen Beteuerungen (morgen fahren wir alles mit der Underground und laufen nicht mehr als nötig) führt. Am nächsten Tag jedoch sind alle Strapazen vergessen, die Füße munter und wir mehr als gewillt, wieder per Pedes durch Londons Straßen zu ziehen. Gleich an unserem Ankunftstag sind wir abends noch von der London Bridge über dieTower Bridge zum Tower gelaufen.
Hier ein kleiner Überblick über unsere Tagestouren:
- So, 2.11.: Am Vormittag haben wir SoHo und das Westend besucht, die Szeneviertel von London. Hier sind ganz viele kleine Pubs und Clubs – am meisten ist hier am Abend und in der Nacht los. Von hier aus sind wir weiter nach ChinaTown gewandert, wo wir in einem Reiseführer-Tipp-Restaurant zu Mittag gegessen haben. Es war sehr abenteuerlich! Das schmale Haus hat sein Restaurant über 4 Etagen verteilt und man bekommt in keiner der 4 sofort einen Platz. Die Tische sind nur mit Papiertischdecken gedeckt und wenn man sich anfangs auch darüber wundert (so wie wir), wird einem nach kürzester Zeit und einem kleinen Rundumblick auch klar warum. Um uns herum waren nur Asiaten. Eigentlich ein gutes Zeichen dachten wir. Leider war auch die Speisekarte nur mit sehr spärlichen englischen Beschreibungen bestückt... wir haben also bestellt – und anscheinend etwas Falsches, denn die Bedienung ging nach unserer Bestellung ausgesprochen rüde mit uns um. Den Tee knallte sie mit solch einer Wucht auf den Tisch, dass die hübsche Papierdecke schon quer über den Tisch naß war. Äußerst unfreundlich und sichtlich genervt reagierte sie auf unsere Fragen ... erst später sollten wir erfahren warum. Die anderen Leute im Restaurant machten während ihrem Essen einen wahren Saustall auf ihrem Tisch. Über die gesamten Tische hinweg verkleckerten sie ihre Soßen und Nahrungsteilchen. Alle aßen kleine Teilchen aus Bambusschüsseln in der Mitte des Tisches und tunkten die in verschiedene Soßen ein. Im Nachhinein erfuhren wir, dass man diese Art Essen „Dim Sum“ nennt, und dass dieses Restaurant dafür ganz besonders berühmt ist. Leider zu spät für uns. Wir hatten ganz normal Reis und Hauptgericht bestellt und uns wahrscheinlich auch deshalb den ungezügelten Zorn der Bedienung zugezogen. Über den Leicester Square sind wir ins hübsche Covent Garden gelaufen. Hier gibt es viele Theater und wer früher als Mädchen Ballettbücher verschlungen hat wie ich, der kennt diesen Stadtteil aus verschiedensten Geschichten. Hier steht das Royal Opera House (in dem auch die Royal Balley Academy ihren Sitz hat), das Theatre Royal und viele andere. Am Covent Market sind immer viele Trickkünstler und Alleinunterhalter, die große Scharen von Leuten mit ihren Vorführungen fesseln – so auch uns. Um zum Buckingham Palace zu gelangen, wanderten wir über den Trafalger Square (mit National Portrait Gallery) und Picadilly Circus. Die Queen war zwar da, wie man an der wehenden Flagge am Palast erkennen kann – gesehen haben wir sie aber leider nicht. :-) Bei Nacht haben wir dann noch Houses of Parliament mit dem obligatorischen Big Ben und die Westminster Abbey angeguckt.
- Mo, 3.11.: Heute haben wir den London Tower besichtigt. So richtig, mit Führung und so weiter. Ein waschechter Beefeater hat uns herumgeführt und viele tolle Sachen (auf englisch) erzählt. Der Tower war sehr lange Zeit die Residenz der Royals in London. Ich habe mit dem Tower immer nur ein Gefängnis und viele grausame Hinrichtungen (z.B. Anne Boleyn und so ...) in Verbindung gebracht ... tja, was dazu gelernt ... Natürlich waren wir auch im „Harrods“ – haben aber nichts gekauft. Keinen Bechstein-Flügel, keinen Kronleuchter, keine wilden Tiere... Leider war auf der Portobello Road in Notting Hill nicht so viel los – es war halt schon Abend und der richtige Markt (der berühmte!) findet nur an Samstagen statt. – Schade! Auch die blaue Tür von Hugh Grant (Film Notting Hill) habe ich leider nicht gefunden ... weiß jemand denn, ob die wirklich existiert?
- Di, 4.11.: Ein fauler Tag. Im großen Kino am Leicester Square haben wir uns den neuen James Bond „Quantum of Solace“ angeschaut. Den letzten habe ich auf Deutsch gesehen und fand es schon schwierig, die Geschichte in allen Einzelheiten zu verstehen. Dementsprechend groß waren die Fragezeichen auf unseren Gesichtern nach dem Film. Really Confusing! Wir empfehlen allen, die den James Bond anschauen wollen, sich vorher nochmal den letzten Film anzugucken oder zumindest zurück zuerinnern, was da war... :-) Nach dem Film sind wir zur St. Pauls Cathedral in die City gefahren und haben 1,5 h lang dem „Evening Service“ gelauscht. Das ist ein Abendgottesdienst den der St.Paul-Chor gestaltet. Es war wirklich eine tolle Atmosphäre! Zum krönenden Abschluß unseres Tages haben wir dem Leo eine große Freude bereitet und sind ins Inder-Viertel zum Essen gefahren. Es war wirklich ein ganz, ganz tolles Abendessen mit Lemon-Rice (mit richtig großen Zitronenstückchen), dem obligatorischen Kokos(!)-Hähnchen und anderen Köstlichkeiten.
Leider waren wir wie immer zu spät dran. Wir wollen im Blog keine Schuldzuweisungen machen... :-) Um 18 Uhr sollten wir da sein (spätestens) und um 20 vor 6 sind wir in die U-Bahn gestiegen. Leider benötigt diese nicht 20 Minuten, sondern 50 Minuten zum Flughafen. Wir sind also viel zu spät zum Check-in, hatten aber Glück und unser Gepäck durfte noch mit. Als um 19.40 dann unser Gate aufgerufen wurde, hatten wir immer noch alle Zeit der Welt. :-) Plötzlich sehe ich, wie auf der Tafel bei unserem Flug steht: „Gate closing“. Wir waren bei Gate1 und sollten zu Nr.49 ... sind also mal wieder gerannt. :-)
Wie ihr aber seht, haben wirs noch geschafft und sind nun auf dem Weg nach HongKong.
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| London |

Super von euch zu lesen. Bleibt dran, freu mich auch schon auf die Honk Kong Tour :>
AntwortenLöschenProbiert mal folgenden Satz in Hongkong...vielleicht versteht ihn ja dort jemand:
AntwortenLöschenDsunn scheint schee kogoned gschaid schaung
:o)
Hallo Horst. Toll, dass Du "uns" abonniert hast. Hong Kong Bericht folgt bald...
AntwortenLöschenHi Gina. Sonne kennen die Leute hier in HongKong eh nicht vor lauter Smog ... aber wir starten vielleicht morgen mal einen Sprachversuch. Dein Satz hört sich jedenfalls den Geräuschen hier sehr ähnlich an!
Hallo Miriam und Leo,
AntwortenLöschenschöner Bericht aus London. Die Fish und Chips müsst ihr in NZ nochmal probieren !
Gute Reise und viel Spaß noch,
Antje
Hi Leo & Miriam. Das ist wirklich ein sehr interessanter Blog von euch, da kann man ja richtig neidisch werden... wobei wir hier die letzten zwei tage über 15 grad hatten. Passt bloß auf den Linksverkehr auf, denn erst verreisen und dann abkratzen geht nun wirklich nicht :-)) Freu mich schon auf euren Bericht aus Hong kong. Und denkt dran: Nicht auf die Straße speiben dort. Die Burschen sind so reinlich, da kannst du glatt auf der Straße frühstücken (aber nur solang die Ampel rot ist, gell). Servus, bussi, ciao Christian
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